Tipp: LM317T, einfacher Spannungsregler

LM 317 T

Da ich oft auf einstellbare Spannungsquellen zu Bastelzwecken angesprochen werde, hier ein Vorschlag für eine preiswerte Lösung. Für die meisten Modellbauexperimente und Elektronikbasteleien, sollte das Teil eigentlich ausreichen.

LM317T, einfacher Spannungsregler, Fehler, InformationenEr ist schon ein paar Jährchen alt und hat seine Schwächen, reicht aber in vielen Fällen aus:

Das Bauteil

Eigentlich ist er ein integrierter Schaltkreis. Also ein IC, welches eine komplette Spannungsregelung enthält. Braucht man eine einstellbare Ausgangsspannung und kommt mit max. 1,5 Ampere an Strom aus (typabhängig), ist er eine günstige Lösung, welche mit 4-5 externen Bauteilen zufrieden ist, um ein geregeltes Netzteil aufzubauen. Jedenfalls dann, wenn man keine Besonderheiten in die Schaltung einfügt, bzw. davon verlangt.

Link zum Datenblatt!

Eckdaten:

  • 1,2V – 37V Ausgangsspannung (max. ca. 3V unter Eingangsspannung)
  • max. 40V Eingangsspannung
  • max. 1,5 Ampere, je nach Typ
  • interne Strombegrenzung
lm317t_beispiel

Hier eine einfache Beispielschaltung für eine einstellbare Ausgangsspannung von 1,2V – ca. 20V. Geht man von 1 Ampere maximalem Ausgangsstrom aus, liegt man eigentlich immer richtig. Allerdings sollte ein Auge auf die Temperatur des 317 geworfen werden, ein mittlerer Kühlkörper schadet sicher nicht. Vor allem dann, wenn bei gering eingestellter Ausgangsspannung ein höherer Strom fließt. P = U * I!

Wenn man also bei z.B. 24V Eingangsspannung nur 2V am Ausgang benötigt, dabei aber 1A an Strom fließt, sind das immerhin rund 22 W, die das IC da verbraten muss.

LM317T Belegung

 

Ach ja, auf die Anschlüsse achten! Von links nach rechts sind dies:

Adjust, Out, In!

 

 

 

Es gibt natürlich mittlerweile viele Lösungen, die effizienter und auch eleganter arbeiten als der alte 317T., für eine preiswerte und vor allem mit geringem Aufwand zu realisierende Lösung, betrachte ich ihn aber immer noch als gute Wahl.

 

Flexible Elektronik mit hoher Leistung | heise online

Das eröffnet natürlich ganz neue Möglichkeiten. Wahrscheinlich wird es auch weitere Verkleinerungen der Hardware geben, im Prinzip die komplette Schaltung im Anschlusskabel :-)

Ich fürchte nur, dass die Elektronik so speziell sein wird, dass man im Modellbau nur bedingt etwas damit anfangen kann. Aber es soll ja auch wichtigere Anwendungen geben :mrgreen:

Flexible Elektronik mit hoher Leistung | heise online.

 

Tipp: Biegelehre für Elektronikbauteile

Biegelehre - www.michael-floessel.deDa ich oft überrascht bin, wie viele Elektronikbastler sie nicht kennen, die Biegelehre mal als Werkzeugtipp.

Sie spart Zeit, schont beim Zurechtbiegen die Bauteile (da sie auf die Rastermaße 7,5-10-12,5-15-17,5 mm biegt) und ordentlicher aussehen tut’s auch ;-)

 

 

Kupferlackdraht selber färben

Kupferlackdraht selber faerben - www.michael-floessel.deJetzt wird’s bunt!

Ich habe Post zum Thema Verdrahten von empfindlichen Teilen bekommen. Diesmal hauptsächlich zum verwendeten Material und auch den Preisen.

Bei feineren Bauteilen wie SMD-LEDs, aber auch innerhalb von filigraneren Modellen, ist die Verdrahtung immer so eine Sache. Sind die Leitungen zu grob, leiden u. U. die Bauteile oder der Platz wird knapp. Mitunter stört es auch, wenn die Kabel allzusehr sichtbar sind. Deswegen benutze ich in vielen Fällen Kupferlackdraht. Er ist dünn aber trotzdem sehr belastbar. Käuflich meist mit einem Durchmesser von ca. 0,15mm . Es gibt ihn auch in gefärbten Versionen, meist rot, grün, blau und schwarz. Im Prinzip handelt es sich einfach um eine Kupferader, welche mit einem elektrisch isolierenden Lack versehen ist. Zum Löten kann man den Lack im Normalfalle einfach mit hoher Temperatur entfernen.

Einige meiner Blogleser finden die Preise, welche von den üblichen Versendern verlangt werden, für so ein bisschen Draht allerdings schon heftig. Es geht aber auch günstiger, vielleicht sogar kostenlos. Einfach mal in der Bastelkiste nach alten Relais, Trafos, Motoren oder anderen Spulen suchen, in denen eben dieser lackierte Kupferdraht zu finden ist. Auseinander nehmen, abspulen oder einfach so belassen, wenn man den Draht auch so abwickeln kann.

In der Regel wird der Draht mit transparentem Lack versehen sein, beim Verdrahten von komplexeren Angelegenheiten ist es aber von Vorteil, wenn verschiedene Farben zur Verfügung stehen. Also bietet es sich an, den Draht selber zu färben. Alles was man dazu braucht, sind dicke Filzstifte, am besten Wasserfest. Oft tut es auch die billige Variante aus dem €-Shop.

Kupferlackdraht selber faerben - www.michael-floessel.deAbgespultes Stück Kupferlackdraht aus einem alten Trafo.

 

 

 

 

 

Kupferlackdraht selber faerben - www.michael-floessel.deAuf eine glatte Oberfläche legen, vorzugsweise eine, auf der ein paar Farbpunkte keine Rolle spielen ;-)

Stift aufsetzen…

 

 

 

Kupferlackdraht selber faerben - www.michael-floessel.de… den Draht langsam unter der Filzstiftspitze hindurchziehen…

 

 

 

 

 

Kupferlackdraht selber faerben - www.michael-floessel.de… Lackdraht fertig!

 

 

 

 

 

Kupferlackdraht selber faerben - www.michael-floessel.deFunktioniert sehr gut und spart auf längere Sicht doch einige Euronen!

 

 

 

 

 

Natürlich müssen es nicht 0,15mm sein :-D Gelb ist übrigens eher ungeeignet, man kann die Färbung einfach nicht gut erkennen.

 

Kickstarter für Xprotolab – das preiswerte Mini-Oszilloskop – ELEKTOR.de

Die Idee, das Gerät und die Umsetzung der Finanzierung – klasse :-)

Kickstarter für Xprotolab – das preiswerte Mini-Oszilloskop – ELEKTOR.de 

Link: Harald´s Homepage ;-)

Da fragt man sich...Die Zeit, die liebe Zeit …

Tja, sie sorgt dafür, dass manche Links irgendwann ins Leere führen, wie wohl auch der, den ich hier mal hinterlegt hatte … Schade …

 

 

 

Elektronik Tipps: Transistor und Gleichstromverstärkung (B)

Artikelbild Elektronik Tipps - www.michael-floessel.deTransistor und Gleichstromverstärkung (B)

Im Artikel zur Funktion eines Transistors war die Rede vom Verstärkungsfaktor ‚B‘.

‚B‘ gibt an, um ein wie Vielfaches der Kollektorstrom (also der Strom vom Kollektor zum Emitter) höher ist, als der Basisstrom.

Schaltbild Transistor

Nehmen wir das mal ein wenig auseinander.

Wenn in einem Transistor von der Basis zum Emitter KEIN Strom fließt, ist er gesperrt. Vom Kollektor kann also auch kein Strom zum Emitter fließen.

Jetzt gibt es bei jedem Transistor einen Bereich, in dem ein (meist recht geringer) Stromfluss von der Basis den Transistor leitend macht.

Dies bedeutet, dass auch ein Strom vom Kollektor zu Emitter fließen kann. Aber wie hoch wird dieser sein?

Hier kommt ‚B‘ ins Spiel

Ein ‚B‘ von 100 würde bedeuten, dass bei einem Basisstrom von 1mA einen Kollektorstrom von 100mA fließen kann.

Natürlich nur dann, wenn dieser möglich ist. Wird durch weitere Bauteile in der Schaltung (z.B. ein Widerstand am Emitter) der Stromfluss schon begrenzt, dann wird auch nur dieser max. mögliche Strom fließen können.

Dabei muss man immer beachten, dass sich am Emitter der Stromkreis schließt! Ein dort vorhandener Widerstand wird den Basisstrom UND den Kollektorstrom beeinflussen!

Allerdings ist größtenteils der Basisstrom so gering, dass z.B. ein Vorwiderstand der LED (siehe unteres Schaltbild) von 560 Ohm keine allzu große Auswirkung auf den Basisstrom hätte. Arbeitet man aber aus irgendwelchen Gründen an den Grenzwerten des Transistors, kann dies schon zum Tragen kommen.

Transistor_Beispiel

In diesem Schaltbild ist eine einfache Ansteuerung einer LED aufgeführt.

Der Vorwiderstand R2 der LED ist so dimensioniert, dass bei voll geöffnetem Transistor nur die max. zulässigen 20mA für die LED fließen. Irgendwann hätte es also keinen Sinn den Basisstrom weiter zu erhöhen, wenn der maximale Strom durch die LED bereits erreicht ist.

Wie in der Transistorfunktion schon beschrieben, ist irgendwann keine Erhöhung des Kollektorstroms mehr möglich, der Transistor ist so weit offen, wie es geht.

Wird nun der Basisstrom weiter erhöht, wird der Transistor übersteuert. Arbeitet der Transistor als Schalter (also nur LED ein oder aus), ist dies meist in bestimmten Grenzen erwünscht, um sicherzustellen, dass der Kollektorstrom sein Maximum erreicht hat. Allerdings sollte man das in Grenzen halten (einige %), um das Bauteil nicht zu zerstören.

Um so etwas genau abzustimmen, muss unbedingt das Datenblatt des entspr. Typen zurate gezogen werden. Hier kann man anhand von Daten und Diagrammen ermitteln, ab welchem Basisstrom der Transistor leitend wird und wo sein Maximum liegt.

Innerhalb dieser Grenzen liegt dann der aussteuerbare Bereich. Das heißt, dass zwischen dem Punkt, ab dem der Transistor öffnet und dem, an dem er völlig leitend ist, jede Basisstromänderung eine Kollektorstromänderung um den Faktor ‚B‘ bewirkt.

Dies wird u. a. beim Audioverstärker ausgenutzt, um mit einem schwachen Musiksignal (z.B. vom MP3 Player) einen großen Lautsprecher zum Schwingen zu bringen. Leider ist dazu noch einiges an weiterer Elektronik notwendig. Unter anderem deshalb, weil der Aussteuerbereich eines einzigen Transistors dazu viel zu gering ist.

Hier kommt dann auch die Spannung von der Basis zum Emitter zum Tragen

Schaltbild Transistor

Die Strecke Basis-> Emitter (B-E), kommt einer Diodenstrecke gleich.

Dies bedeutet nun, dass der Bereich, in dem der Transistor leitend wird, dort eine Spannung von ca. 0,6-0,7V benötigt. Darunter wird kein ausreichender Basisstrom fließen und der Transistor nicht arbeiten.

Ein typischer Kleinsignaltransistor hat seinen Aussteuerbereich ca. bei 0,6-0,9V Spannung an B-E. Darunter leitet er nicht, darüber wird er übersteuert.

Daran kann man vielleicht schon erkennen, welcher Aufwand nötig werden kann, um einen Spannungsbereich von z.B. 0-2V auf 0-24V im Aussteuerbereich zu verstärken. (Dazu kommt aber auch noch ein eigener Blogbeitrag :-D )

Zusätzlich muss man im Hinterkopf behalten, dass kaum zwei identische Transistoren auch absolut den gleichen ‚B‘ besitzen. Oft wird schon im Datenblatt eine Toleranz für ‚B‘ angegeben, z.B. 100-140.

Durch die Exemplarstreuung ist dies nicht zu vermeiden. Will man also unbedingt so haargenau in diesem Bereich arbeiten, muss einiges an Abstimmmöglichkeiten geschaffen werden.

Im Modellbaubereich und der Digitaltechnik ist der Transistor aber zum Glück zu 99% als Schalter eingesetzt – an oder aus. Hier kommt man fast immer mit einfachen Faustformeln oder groben Überschlagsrechnungen aus.

Analog zum fließenden Wasser kann man sich ‚B‘ als Größe des Schiebers in einem Wasserhahn vorstellen. Und auch hier ist es eben so, dass es keinen Sinn macht, den Hahn noch weiter zu öffnen, wenn der Wasserstrahl nicht mehr stärker werden kann. Umgekehrt eben kein Wasserfluss, wenn der Wasserhahn geschlossen ist.

Zum guten Schluss noch die Formel zur Kollektorstromberechnung anhand von ‚B‘:

IC=IB*B
  • IC=Kollektorstrom
  • IB=Basisstrom
  • B=Verstärkungsfaktor ‚B‘

Eigentlich ja auch logisch:

Multipliziert man den Basisstrom mit ‚B‘, bekommt man den Kollektorstrom als Ergebnis.

 

Eselsbrücke: P=U*I

P=U*IOK, noch eine :-D

Das klappt auch mit der Leistung. Eigentlich mit jeder Formel, die in dieser Art aufgebaut ist.

 

 

 

 

Eselsbrücke: U=R*I

U=R*INicht lachen!

Es gibt viele Menschen, die auch eine einfache Formel nicht im Kopf auf die schnelle umstellen können, es klappt einfach nicht.

Hier hilft das ‚Mogeldreieck‘!

Einfach den gesuchten Wert mit dem Finger abdecken, die passende Formel bleibt über!

Wer sich näher mit der Elektronik beschäftigt, kommt um das ohmsche Gesetzt nicht herum, vielleicht ist es mit so einem Merke etwas leichter ;-)

 

 

Eselsbrücke: Farbcodes auf Widerständen

Artikelfoto Widerstand - www.michael-floessel.deStützen für’s Gehirn

Wenn man wenig Übung hat, kann es vorkommen, dass die Bestimmung eines Widerstandwertes anhand der Farbkennung länger dauert, als diesen einzulöten :-D

Gerade, wenn mehrere Exemplare aus einer Wühlkiste zusammengesucht werden müssen, kann das richtig nerven und auch reichlich Zeit beanspruchen.

 

Eine Alternative zum Lernen kann ich auch nicht bieten

Allerdings gibt eine Eselsbrücke, welche das Lernen der Farben (vielleicht) erleichtert.

  • 1 = braun = Ein brauner Pfennig (jetzt wohl Cent :-D)
  • 2 = rot = Zwei rote Lippen
  • 3 = orange = Drei orange Orangen (Geistreich, nicht?)
  • 4 = gelb = Vier Räder an einem gelben Postauto
  • 5 = grün = Ein grüner Fünf Markschein (Äh, nochmal Euro!)
  • 6 = blau = Eine blaue Fliege, hat sechs Beine
  • 7 = violett = Sieben violette Veilchen (OK, hinkt ein wenig, der Vergleich
  • 8 = grau = Ein Achtzig jähriger hat graue Haare
  • 9 = weiß = Neunundvierzig weiße Lottokugeln
  • 0 = schwarz = Kein Vergleich bekannt, kann man sich aber auch so merken, oder? (Hier habe ich den Text aufgrund der Farbgebung des Blogs natürlich nicht geändert ;-) )

Ein kleiner Tipp von Leser Burkhard:
für Schwarz/0: Ein schwarzes Nichts ;-)

OK, mir hat’s seinerzeit geholfen! Da kann ich mal wieder sehen, wie lange das her ist, werde ich alt?

 

 

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